Die dunkle Seite der Schokolade

Als François-Louis Cailler 1819 im Kanton Freiburg die erste Schweizer Schokoladenfabrik gründete, wurde die süsse Versuchung vor allem von Frauen und Kindern gegessen. Männer bevorzugten Kaffee und Tabak als Genussmittel. Dies änderte sich bis Ende des 19. Jahrhunderts nicht. Die Anzahl der Schokoladeproduzenten hingegen war in dieser Zeit gestiegen. Der neue Industriezweig musste den Mann als Kunden gewinnen, um weiter wachsen zu können.

Das gelang dank der Armee. Der hohe Nährwert und die gute Transport- und Lagerfähigkeit machten Schokolade zum idealen militärischen Proviant – erst für Schweizer Füsiliere, später auch für Soldaten in ganz Europa. Die dunkle Seite des Erfolgs: Der 1.Weltkrieg verhalf der Schokolade zum absoluten Durchbruch – 1887 exportierte die Schweiz 502 Tonnen, 1915 waren es 27’262 Tonnen!

Kiste für den Export von Cailler's Milchschokolade, 1900. Foto: Schweizerisches Nationalmuseum

Interessante Dokumentation über die Schokolade und den Schweizer Erfolg in diesem Métier.

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Andrej Abplanalp
Historiker und Kommunikations-Chef des Schweizerischen Nationalmuseums.

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