Scheibenfibel aus Gold, Bronze und Halbedelstein, Ende 6. Jh.n.Chr., Oberbuchsiten SO.

Die Entste­hung des Röstigrabens

Andrej Abplanalp

Andrej Abplanalp

Historiker und Kommunikations-Chef des Schweizerischen Nationalmuseums.

Diese Brosche, eine sogenannte Fibel, gehörte einer erwachsenen Frau, die um 600 n. Chr. im heutigen Kanton Solothurn lebte. Das goldene Schmuckstück ist mit Halbedelsteinen verziert. Die Fibel diente dazu, einen Umhang über der Brust zu schliessen. Ein modischer Brauch, den die Germanen in die Schweiz gebracht hatten. Mit der Einwanderung der Germanen veränderten sich im Gebiet der Schweiz nicht nur Mode, Brauchtum und Speisekarte, es entstand auch die Schweizer Mehrsprachigkeit. Während sich die Allemannen im Norden sprachlich durchsetzen konnten, nahmen die germanischen Stämme der Langobarden und Burgunder im Süden und Südwesten die lateinische Sprache der einheimischen Bevölkerung an. Dank der Germanen hat die Schweiz also ihren Röstigraben.

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