Bestseller-Autorin Donna Leon lebt und schreibt heute in der Schweiz. © Keystone / Elisabeth Real

«Wertvolle Objekte für die Zukunft bewahren»

Donna Leon gehört zu den bekanntesten Krimiautorinnen der Welt. Die Amerikanerin über Humor, Helden und die Aufgabe von Museen.

Die amerikanische Bestseller-Autorin Donna Leon lebt im Münstertal in der Schweiz, wenn auch ihre Romane meist in Venedig spielen. Ihre Commissario-Brunetti-Krimis wurden in 34 Sprachen übersetzt. Brunettis neuster Fall, «Heimliche Versuchung», erschien im Mai 2018 bei Diogenes.

Wie werden Sie von Menschen eingeschätzt, die Sie nicht kennen?
Donna Leon: Die Leute sind oft überrascht, dass ich einen Sinn für Humor habe.

Wie sehen Sie sich selber?
Als jemanden mit einem Sinn für Humor.

Wer ist Ihr liebster Romanheld, Ihre liebste Romanheldin?
Lily Bart, die Titelheldin aus Edith Whartons Roman «Die verborgene Leidenschaft der Lily Bart».

Und wer verhält sich in der Realität heldenhaft?
Richterin Ruth Bader Ginsburg vom US Supreme Court. Richterin Ginsburg ist die angesehenste Richterin dieses Gerichtshofs und die wahrscheinlich liberalste und intelligenteste.

Wer ist Ihr Lieblingskünstler?
Van Dyck, aber nur für ein einziges Gemälde: das Porträt von Elena Grimaldi, das in der National Gallery in Washington D.C. hängt.

Welche Gedanken verbinden Sie spontan mit dem Begriff «Museum»?
Es ist ein Ort, der die Verantwortung wahrnimmt, wertvolle Objekte für zukünftige Epochen zu bewahren.

Welches Museum haben Sie zuletzt besucht? Was hat Ihnen daran gefallen?
Das Archäologische Nationalmuseum in Athen. Ich liebte diese unglaubliche Menge an schönen Dingen, nicht einfach nur Gemälden oder Skulpturen.

Was sollte ein Museum zeigen?
Wie der Ägyptologe Howard Carter einst sagte: «Wunderbare Dinge.»

Gibt es ein Museum, in dem Sie oder ein Werk von Ihnen zu finden sind?
Zum Glück nicht.

Was war der eindrücklichste Moment, den Sie je in einem Museum erlebt haben?
Die Nike von Samothrake im Louvre in Paris zu sehen, das war vor circa 50 Jahren.

In welchem Museum sollte man sich in 100 Jahren an Sie erinnern? Und weshalb?
Leider gibt es kein Museum der klugen Bemerkungen, aber das wäre das Museum, in dem ich gerne verewigt würde.

Claudia Walder
Claudia Walder ist Autorin und Redaktorin, unter anderem für das Schweizer Reisemagazin Transhelvetica und das Magazin des Schweizerischen Nationalmuseums.

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