
Schwierige Startbedingungen und verpasste Chancen
Eigentlich wäre Biathlon die ideale Sportart für die Schweiz. Auf Langlaufskiern zu schiessen passt wie die Faust aufs Auge zum eidgenössischen Selbstverständnis von Wehrhaftigkeit und Skination. Doch durchsetzen konnte sich die Disziplin nie richtig - im Gegensatz zu Deutschland und Skandinavien. Warum?
Sportförderung für die Wehrtüchtigkeit
Erst mit der Durchführung der Junioren-WM 1995 in Realp (UR) kam es endlich zu einem Schub, welcher der Sportart zum Durchbruch verhalf. Im Urner Oberland wurde die erste Biathlonanlage der Schweiz errichtet. Da diese WM ursprünglich in der Lenk (BE) geplant war, handelte es sich bei dieser ersten Infrastruktur nicht um eine auf komplexe Trainingsbedürfnisse der Athletinnen und Athleten konzipierte, durchdachte und entsprechend grosse Sportanlage, sondern um ein kurzfristiges Provisorium. Das Baugesuch wurde erst im Sommer davor eingereicht. Es kam zu Rodungen, der WWF Uri intervenierte und die Anlage wurde zum Politikum mit typisch lokaler Ausprägung: Gebaut wurde vor der Genehmigung, genehmigt wurde nach dem Bau.
Swiss Sports History

Dieser Text ist in Zusammenarbeit mit Swiss Sports History, dem Portal zur Schweizer Sportgeschichte, entstanden. Die Plattform bietet schulische Vermittlung sowie Informationen für Medien, Forschende und die breite Öffentlichkeit. Weitere Informationen finden Sie unter sportshistory.ch.


