Fernsehgeräte auf der Strasse und auf Tramgleisen in Zürich während der Jugendunruhen 1981. Foto: Michel Fries Steiner. © Schweizerisches Sozialarchiv

Jugendunruhen auf Video

An den Opernhauskrawallen in den 80er-Jahren war das neue Medium Video an vorderster Front dabei.

Kulturell sind die 1980er-Jahre eine besonders einflussreiche Periode des letzten Jahrhunderts. Musiklegenden wurden geboren, Kleiderstile geprägt und natürlich war dieses Jahrzehnt auch die Zeit der «Generation Video».

Die Jungen von damals experimentierten mit der Anfang der 1970er-Jahre entwickelten Videotechnik. Sie war relativ billig, einfach und überall einsetzbar. Mit der Videotechnik erhielten politisch Engagierte ein Mittel, um auf ihre Anliegen aufmerksam zu machen. Das neue Medium eignete sich vortrefflich, um ein Publikum zu erreichen und gleichzeitig authentisch zu bleiben. Während den Jugendunruhen der 80er-Jahre waren Videokameras an vorderster Front dabei.

Am 30. Mai 1980 nahmen die Unruhen mit dem sogenannten Opernhauskrawall ihren Anfang. Die Jugend fühlte sich kulturell benachteiligt und protestierte vor dem Zürcher Opernhaus für alternative Kulturangebote und gegen einen Kredit für den geplanten Umbau des Opernhauses. Die Polizei war mit einem grossen Aufgebot präsent – die Lage eskalierte. Die in dieser Zeit entstandenen Videoarbeiten sind einmalige Zeitzeugnisse einer bewegenden Zeit.

Opernhaus-Krawall

Video von Studierenden der Ethnologie (Projektgruppe Community Media) über die Demo vom 30. Mai 1980 vor dem Opernhaus. Das Video wurde an einer Vollversammlung (VV) im Volkshaus gezeigt und darauf vom damaligen Zürcher Erziehungsdirektor Alfred Gilgen mit einem Vorführverbot belegt, was in der Folge für einigen Wirbel an der Universität sorgte.

Gwalt

Dokumentation von brutalen Polizeieinsätzen und von Verletzungen von Demonstranten durch Gummigeschosse und Polizeiknüppel, produziert für das «Tribuna» vom Januar 1981 im Volkshaus Zürich. Auf Verlangen der Betroffenen wurde dieses Tape nach der ersten Aufführung im Volkshaus nicht mehr öffentlich vorgeführt.

Züri brännt

Der Videofilm der Zürcher Jugendunruhen der 1980er-Jahre: Strassenschlachten, Nacktdemos, Punkmusik, gelebte Autonomie. Die Zürcher Bewegung sagte sich los vom puritanischen Zürich und forderte Leben, Raum, Geld – alles, und zwar subito!

Die Jugendunruhen der 80er-Jahre: eine Zeitreise. Video: SRF

Rebel Video

Landesmuseum Zürich
18.08. – 15.10.2017

Die Ausstellung zeigt Werke von Videoschaffenden der ersten Stunde, thematisiert deren Werdegang und beleuchtet ihre Ideen und die Auswirkungen auf die heutige Kultur und Gesellschaft. Als Teil eines Cross-Media-Projekts gibt es die Videos und die Kommentare dazu auch online auf www.rebelvideo.ch.

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Schweizerisches Nationalmuseum
Unter dem Dach des Schweizerischen Nationalmuseums sind die drei Museen – Landesmuseum Zürich, Château de Prangins und das Forum Schweizer Geschichte Schwyz – sowie das Sammlungszentrum in Affoltern am Albis vereint. Die Museen präsentieren Schweizer Geschichte von den Anfängen bis heute, und erschliessen - auch mit temporären Ausstellungen zu aktuellen Themen - die schweizerischen Identitäten und die Vielfalt der Geschichte und Kultur unseres Landes.

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