Auf die Form kommt es an

An Allerheiligen gedenken wir den Toten. An den römischen Söldner, der in der Eisenzeit in Giubiasco beerdigt wurde, denkt aber wohl niemand. Seine Geschichte ist allerdings interessant.

Andrej Abplanalp

Andrej Abplanalp

Historiker und Kommunikations-Chef des Schweizerischen Nationalmuseums.

Im Jahr 1900 stiess ein Bauer im Kanton Tessin auf einen alten Grabstein. Schon bald wurde klar, dass da mehr unter der Erde lag als einige alte Knochen. Zum Vorschein kamen über 500 Gräber aus der Eisenzeit. Etwa ein Fünftel der Beerdigten waren Krieger. Sie wurden mit Lanze, Schild, Schwert und Helm beigesetzt. Das Römische Reich wollte gegen Ende der Eisenzeit die Expansion nach Norden vorantreiben und engagierte dafür Söldner. Diese trugen im Dienst ihre eigenen Waffen und Rüstungen. So gehörte der im Grab gefundene Helm einem Söldner aus dem Gebiet der zentralen Alpen.

Nach dem Dienst kehrten die Söldner jeweils in ihre Heimat zurück. Bei ihrem Tod wurden sie dann gemäss ihrem Status – also als Krieger – beerdigt. Wie dieser Mann aus Giubiasco, dessen Helm seine Herkunft verriet. Auf die Form kommt es an, auch in der Archäologie.

Söldnerhelm aus Bronze, 1. Jh. v. Chr., entdeckt in Giubiasco um 1900. Fotos: Schweizerisches Nationalmuseum

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