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Holpriger Schweizer ÖV

Der öffentliche Verkehr der Schweiz gilt als einer der besten der Welt. Das war jedoch nicht immer so.

Andrej Abplanalp

Historiker und Kommunikations-Chef des Schweizerischen Nationalmuseums.

Der britische Verleger John Murray fuhr 1838 mit einer Postkutsche durch den Jura. Später beschrieb er die Fahrt in seinem «Hand-Book for Travellers» als «very rough», sehr holprig. Verständlich, denn der Reisebuchautor war mit einem Char-de-côté unterwegs.

Dieser Kutschentyp war vor allem in Frankreich und in der Westschweiz verbreitet. Dabei wurde der Wagenkasten um 90 Grad gedreht auf das Fahrgestell aufgesetzt, sodass die Passagiere seitwärts (de côté) zur Fahrtrichtung sitzen mussten. Das war zwar unbequemer, doch ermöglichte diese Konstruktion eine schmalere Radspur. Mit den Charde-côtés konnten die Kutscher auch jene Strassen im Jura befahren, die damals noch weniger als die 1,4 m Normspurbreite aufwiesen.

Heute würde sich ein Reisebuchautor wohl nicht mehr über den öffentlichen Verkehr in der Schweiz beklagen. Der gilt als einer der besten Europas.

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Postkutsche Char-de-côté, 1849, Holz, Eisen, Leder, bemalt.

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