
Das Tor der Schweiz zur Welt
Ein Grossteil des weltweiten Warenverkehrs wird über den Seeweg abgewickelt. Obwohl die Schweiz keinen direkten Zugang zum Meer hat, ist sie über den Rhein mit den globalen maritimen Handelsrouten verbunden. Eine Schlüsselrolle spielen dabei die Schweizerischen Rheinhäfen in Basel: Hier werden rund zehn Prozent aller Schweizer Importe umgeschlagen.


Erster Schleppzug in Basel
1904 erreichte mit dem Schleppdampfer «Knipscheer IX» und dem mit 300 Tonnen Kohle beladenen Schleppkahn «Christina» der erste Schleppzug Basel. Die Schleppschifffahrt, bei der ein motorisiertes Schiff einen oder mehrere Lastkähne zieht, war auf dem Rhein weit verbreitet. Nachdem in Basel bis ins 19. Jahrhundert nur einfache Lande- und Umschlagplätze bestanden hatten, begann 1906 der Bau des ersten Rheinhafens im St. Johann. Heute befindet sich dort der Campus des Basler Chemieunternehmens Novartis.


Ausbau der Rheinhäfen für eine Vielzahl von Gütern
Parallel entwickelte sich die Basler Personenschifffahrt, und das Dreiländereck wurde in den 1950er-Jahren zu einem beliebten Ausflugsziel. Mit dem zunehmenden Import von Konsumgütern erreichten ab den 1980er-Jahren immer mehr Containerschiffe Basel. Container wurden zum Symbol des globalen Güterverkehrs und ermöglichten den effizienten Umschlag zwischen Schiff, Bahn und Lastwagen. Basel entwickelte sich zu einem wichtigen Knotenpunkt der Nord-Süd-Transitachse zwischen Rotterdam und Genua.
Der Hafen und seine Menschen
Das nautische Erbe der Schweiz lässt sich besonders im Basler Quartier Kleinhüningen erleben: Neben dem geschäftigen Hafenbetrieb finden sich dort das Hafenmuseum, eindrückliche Bauten sowie Restaurants und Hafenkneipen mit Namen wie «Rostiger Anker», «Schiff» und «Seemannskeller». Auch heute bleibt die Schweiz in der Rheinschifffahrt aktiv: 2026 und 2027 hat die Schweiz den Vorsitz der Zentralkommission für die Rheinschifffahrt inne und ist damit gewissermassen Hüterin der «Mannheimer Akte».
Rheinhäfen – unser Tor zur Welt
Wie gelangen Güter in die Schweiz? Welche Abläufe stecken hinter der Schifffahrt auf dem Rhein? Und welche Menschen sorgen täglich dafür, dass Häfen, Schiffe und Warenverkehr reibungslos funktionieren? Die neue Ausstellung macht die Rheinschifffahrt erlebbar und eröffnet spannende Einblicke in einen oft wenig sichtbaren Arbeits- und Verkehrsraum.







