Ein Blick für göttli­chen Beistand

Am 26. August 1833 wurde Basel in zwei Halbkantone geteilt. Im Zuge dieser Teilung wurde auch der Basler Münsterschatz aufgeteilt. Mit weitreichenden Folgen...

Andrej Abplanalp

Andrej Abplanalp

Historiker und Kommunikations-Chef des Schweizerischen Nationalmuseums.

Die Teilung Basels 1833 in zwei Halbkantone führte dazu, dass auch der berühmte Basler Münsterschatz geteilt wurde. Der neue Kanton Basel-Landschaft erhielt 64 Prozent davon. Weil er dringend Geld brauchte, liquidierte er die kirchlichen Reichtümer. So auch das silberne Reliquiar aus dem Jahr 1450, das der Kantonskasse 562 Franken einbrachte.

Es hat die Form eines Fusses. Passend zum Inhalt, denn darin wurden – so die Überzeugung – die Fussknochen eines kleinen Knaben aufbewahrt, der auf Befehl von König Herodes in Bethlehem ermordet worden war. Was den heutigen Betrachter erschaudern lässt, war für die Gläubigen damals Gegenstand religiöser Andacht. Durch ein Schauglas aus geschliffenem Bergkristall konnten sie an Feiertagen einen Blick auf die Reliquie werfen. Davon erhofften sich die Kirchgänger göttlichen Beistand.

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Fussreliquiar aus dem Basler Münsterschatz, 1450, Silber, Kupfer, vergoldet, Perlmutt, Email, Perlen, Edelsteine und Glas.

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