Schau-Fenster im 16. Jahrhundert

Heute wird mit Youtube-Spots geworben. Früher erfolgte die politische Präsenz durch Wappenscheiben in den Fenstern der Häuser.

Andrej Abplanalp

Andrej Abplanalp

Historiker und Kommunikations-Chef des Schweizerischen Nationalmuseums.

Standesscheibe, 1507, Schwarzlotmalerei. Der Glasmaler ist unbekannt. Foto: Schweizerisches Nationalmuseum

Für die Politik ist eine gute Präsenz beim Bürger wichtig. Das war in der alten Eidgenossenschaft nicht anders: Ab dem 16. Jahrhundert hingen vermehrt Wappenscheiben in den Fenstern von Häusern und Kirchen. Die Bürger bauten ihre Anwesen neu aus Stein. Das war teuer, deshalb benötigten sie finanzielle Unterstützung – sei es von angesehenen Bürgern, Nachbarn oder Zünften. Deren Wappenscheiben hingen dann als Dank in den Fenstern und repräsentierten den Grossmut der Stifter.

Die kollektive Finanzierung neuer Häuser und das Kunsthandwerk der in Fenstern angebrachten Kabinettsscheiben etablierten sich in kurzer Zeit. Etwas Besonderes war es, nicht einen beliebigen Mitbürger, sondern die Obrigkeit im eigenen Fenster zu wissen. Die 13 Stände wurden bald mit Anfragen überhäuft und beschränkten sich in der Folge auf öffentliche Bauten. So auch der spätere Kanton Zug, der diese Standesscheibe dem Rathaus von Lachen (SZ) stiftete.

Weitere Beiträge

Adresse & Kontakt
Schweizerisches Nationalmuseum
Landesmuseum Zürich
Museumstrasse 2
Postfach
8021 Zürich
info@nationalmuseum.ch

Design: dreipol   |   Realisation: whatwedo
Schweizerisches Nationalmuseum

Unter dem Dach des Schweizerischen Nationalmuseums sind die drei Museen – Landesmuseum Zürich, Château de Prangins und das Forum Schweizer Geschichte Schwyz – sowie das Sammlungszentrum in Affoltern am Albis vereint.