Restaurierungsatelier des Landesmuseums, um 1973. Fotos: Schweizerisches Nationalmuseum

Ein Blick hinter die Kulissen des Landes­mu­se­ums um 1973

Aus Anlass des 75-jährigen Jubiläums des Schweizerischen Landesmuseums entstand 1973 eine Fotoserie, welche die vielfältige Arbeitswelt in den Ateliers, Büros, Werkstätten und Sammlungen dokumentierte. Heute gewähren die Bilder einen spannenden Einblick in die damalige Museumstätigkeit – und in eine andere Zeit.

Fabian Müller

Historiker und Mitarbeiter im Bildarchiv des Schweizerischen Nationalmuseums

Seit der Eröffnung des Landesmuseums 1898 haben nicht nur die Besucherzahlen, sondern auch die Zahl der Mitarbeitenden stetig zugenommen. In den Anfangsjahren wurde der Direktor lediglich von zwei wissenschaftlichen und weiteren freiwilligen Mitarbeitern unterstützt. 1973 war das Museum zu einem Betrieb mit 14 wissenschaftlichen, 81 technischen, administrativen und handwerklichen sowie etwa 60 temporär Angestellten angewachsen. Sie waren in den unterschiedlichsten Bereichen beschäftigt: Die Konservatoren (die heutigen Kuratoren) zeichneten sich innerhalb ihres jeweiligen Ressorts (beispielsweise Keramik, Waffen, Textilien) für die Sammlungsobjekte verantwortlich. Sie erschlossen ihre Sammlung, kauften neue Objekte an, arrangierten die Präsentation und gaben allgemein fachliche Auskunft. Tatkräftig unterstützt wurden sie dabei von den Restauratoren: Wiederum ressortspezifisch waren diese für die fachkundige Konservierung und Restaurierung in speziell dafür eingerichteten Ateliers, sowie allgemein für die Handhabung der Objekte zuständig. In den Werkstätten arbeiten Schreiner, Schlosser, Sattler und Tapezierer an der Ausstellungsarchitektur und am Mobiliar für den Museumsbetrieb. Die Objekte wurden im Fotostudio reproduziert, die Bibliothek stellte einschlägige Literatur zur Verfügung und der Hausdienst sorgte für Ordnung und Sauberkeit. Daneben gab es natürlich die zahlreichen Büros der Verwaltung, noch ohne Computer zwar, dafür mit Aschenbecher und Botanik, manchmal sogar mit einer Hellebarde oder einem Ölgemälde als Wandschmuck.

Mit ihrer eigenen Ästhetik nehmen die farbigen und quadratischen Fotografien für einmal nicht die ohnehin gegen aussen sichtbaren Ausstellungen mit ihren Objekten, Szenografien und Vernissagen in den Fokus. Stattdessen porträtieren sie die Mitarbeitenden des Landesmuseums und rücken ihre normalerweise hinter den Kulissen stattfindende alltägliche Arbeit in den Vordergrund.

Atelier für die Konservierung und Restaurierung von Gemälden

Restaurierung eines Glasgemäldes und Aufbau eines mittelalterlichen Becherkachelofens

Atelier für die Konservierung und Restaurierung von Skulpturen

Schmiede

Schreinerei

Sammlungen und Depots

Grafische Sammlung und Atelier für Papierrestaurierung

Fotografieren und Zeichnen von Objekten

Vorbereitungen für die Präsentation von Textilien

Recherche in der Bibliothek und Korrespondenz in der Fotothek

Empfang und Hausdienst

Büros der Verwaltung

120 Jahre Landes­mu­se­um Zürich

Am 25. Juni 1898 wurde das Schwei­ze­ri­sche Landes­mu­se­um in Zürich eröffnet. Aus diesem Anlass schauen wir eine Woche lang zurück auf Episoden aus seiner über 120-jährigen Geschichte.

Montag:
Eröffnungs­um­zug
Die dreitä­gi­gen Eröffnungs­fei­er­lich­kei­ten gipfelten am Nachmit­tag des 25. Juni 1898 in einem pompösen Festumzug durch die Zürcher Innenstadt.

Dienstag:
Rundgang
Auf einem Rundgang durch das neu eröffnete Landes­mu­se­um um 1900 begeis­ter­ten vor allem die spekta­ku­lär gestal­te­ten Ausstellungsräumlichkeiten.

Mittwoch:
Ansichts­kar­ten
Als ein Zürcher Wahrzei­chen war das Landes­mu­se­um ein überaus beliebtes Motiv auf Ansichts­kar­ten und wurde millio­nen­fach verschickt.

Donners­tag:
Arbeits­plät­ze
Ein Blick in die Büros, Ateliers und Sammlun­gen des Landes­mu­se­ums in den 1970er-Jahren.

Freitag:
Erweite­rung
Schon bei der Eröffnung 1898 plant man eine Erweite­rung des Landes­mu­se­ums. Erst 118 Jahre später wird sie Realität.

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Schweizerisches Nationalmuseum

Unter dem Dach des Schweizerischen Nationalmuseums sind die drei Museen – Landesmuseum Zürich, Château de Prangins und das Forum Schweizer Geschichte Schwyz – sowie das Sammlungszentrum in Affoltern am Albis vereint.