Postkarte mit geprägtem Landesmuseum, verschickt 1905.

Das Landes­mu­se­um auf alten Ansichtskarten

Ansichtskarten erfreuten sich in den ersten Jahrzehnten des 20. Jahrhunderts enormer Popularität. Sie wurden in der Schweiz jedes Jahr millionenfach verschickt. Als ein Zürcher Wahrzeichen war das Landesmuseum ein überaus beliebtes Motiv.

Fabian Müller

Historiker und Mitarbeiter im Bildarchiv des Schweizerischen Nationalmuseums

Die Ansichtskarte entwickelte sich als bebilderte Version der Postkarte bereits im 19. Jahrhundert. Kurz vor der Jahrhundertwende ermöglichten neue Druckverfahren die massenhafte Reproduktion von Bildern auf den handlichen Karten – zu vernünftigen Preisen und bald auch in Farbe. In Kombination mit der gesteigerten Mobilität der Bevölkerung und dem florierenden Tourismus explodierte der Absatz förmlich. Zu Millionen wurden Grüsse von Ausflügen oder Glückwünsche zu besonderen Anlässen verschickt. Häufig erkundigte man sich aber auch nur nach der Befindlichkeit des Adressaten oder befriedigte das eigene Mitteilungsbedürfnis – nicht unähnlich dem heutigen SMS. Zudem etablierten sich die schmucken Karten als beliebte Sammler- und Erinnerungsobjekte, in einer Zeit, in der die private Fotografie noch nicht weit verbreitet war. Nach dem Ersten Weltkrieg endete das «goldene Zeitalter» der Ansichtskarten mit dem Durchbruch neuer Kommunikationsmittel wie dem Telefon und dem Aufkommen der Amateurfotografie.

Die Sujets der Ansichtskarten deckten eine enorme Bandbreite ab, auch wenn topografische Ansichten wie Sehenswürdigkeiten in Städten oder pittoreske Landschaften dominierten. Das 1898 neu eröffnete und architektonisch spektakuläre Landesmuseum war als Motiv prädestiniert und wurde entsprechend häufig und in den unterschiedlichsten Variationen abgebildet. Wie die Beispiele zeigen, hat der Text aber häufig nichts mit dem Bild zu tun, man wählte einzig eine ästhetisch ansprechende Karte als Vehikel für die eigene Nachricht. Ebenfalls illustriert wird eine gestalterische Neuerung um 1905: Davor war die Rückseite einzig für die Adresse reserviert, auch wenn sich selbst kunstvolle Kleinschreiber zunehmend der Dominanz des Bildes auf der Vorderseite geschlagen geben mussten. Neuerdings wurde die Rückseite zwischen Text- und Adressfeld aufgeteilt und die Vorderseite blieb einzig dem vollformatigen Bild vorenthalten.

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Ansichtskarten aus der Sammlung des Schweizerischen Nationalmuseums

120 Jahre Landes­mu­se­um Zürich

Am 25. Juni 1898 wurde das Schwei­ze­ri­sche Landes­mu­se­um in Zürich eröffnet. Aus diesem Anlass schauen wir eine Woche lang zurück auf Episoden aus seiner über 120-jährigen Geschichte.

Montag:
Eröffnungs­um­zug
Die dreitä­gi­gen Eröffnungs­fei­er­lich­kei­ten gipfelten am Nachmit­tag des 25. Juni 1898 in einem pompösen Festumzug durch die Zürcher Innenstadt.

Dienstag:
Rundgang
Auf einem Rundgang durch das neu eröffnete Landes­mu­se­um um 1900 begeis­ter­ten vor allem die spekta­ku­lär gestal­te­ten Ausstellungsräumlichkeiten.

Mittwoch:
Ansichts­kar­ten
Als ein Zürcher Wahrzei­chen war das Landes­mu­se­um ein überaus beliebtes Motiv auf Ansichts­kar­ten und wurde millio­nen­fach verschickt.

Donners­tag:
Arbeits­plät­ze
Ein Blick in die Büros, Ateliers und Sammlun­gen des Landes­mu­se­ums in den 1970er-Jahren.

Freitag:
Erweite­rung
Schon bei der Eröffnung 1898 plant man eine Erweite­rung des Landes­mu­se­ums. Erst 118 Jahre später wird sie Realität.

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Unter dem Dach des Schweizerischen Nationalmuseums sind die drei Museen – Landesmuseum Zürich, Château de Prangins und das Forum Schweizer Geschichte Schwyz – sowie das Sammlungszentrum in Affoltern am Albis vereint.