Albert Einstein gehört zu den hellsten Köpfen der Menschheit. 1905 legte er den Grundstein für seinen kometenhaften Aufstieg.
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Einsteins Wunderjahr

Albert Einstein, oder der wundersame Aufstieg vom ehrwürdigen eidgenössischen Tintenscheisser zum globalen Popstar der Wissenschaft.

Uni Bern, 1908. Der Dozent räusperte sich. Nicht um für Ruhe zu sorgen, sondern um seine Stimme zu wecken. Am Samstagmorgen um 7 Uhr war auch Herr Einstein noch müde. Müde und etwas enttäuscht. Zu seiner allerersten universitären Vorlesung hatten sich gerade mal drei Personen eingefunden. Zwei davon waren seine besten Freunde, die zwar belesen waren, seinen physikalischen Ausführungen über die Wärme aber nicht ganz folgen konnten. Auch drei Jahre nach Albert Einsteins Wunderjahr kam die Karriere des Physikers nicht so recht in Fahrt.

13 Jahre war es her, dass Einstein als 16-Jähriger in die Schweiz gekommen war. Er hatte in Aarau die Matura gemacht, dann an der ETH studiert und später die Staatsbürgerschaft erhalten. In Zürich wollte ihn niemand zum Professoren befördern, also ging er nach Bern, wo er sich als Hauslehrer durchschlug, bis er eine Anstellung am Patentamt fand. 1904 heiratete er Mileva Maric, die im selben Jahr den gemeinsamen Sohn Hans Albert gebar. Dann folgte das «annus mirabilis».

Albert Einstein und seine erste Frau Mileva Maric auf einer Fotografie von 1912.
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1905 schrieb Einstein seine Dissertation und vier revolutionäre Artikel. Zur Lichtquantenhypothese, zum molekularen Aufbau der Materie, zur Äquivalenz von Masse und Energie und zur speziellen Relativitätstheorie. Und das alles in einer Phase, in der ihn sein Sohn um die Nächte brachte und er tagsüber als «ehrwürdiger eidgenössischer Tintenscheisser» Patentanträge überprüfte.

Einstein stellte die Physik auf den Kopf und einige Physikprofessoren nahmen das auch zur Kenntnis. Der grosse Durchbruch aber blieb fürs Erste aus. Daran änderte auch die schlecht besuchte Vorlesung nichts. Einsteins Ideen waren schwer verständlich und nicht unumstritten. Erst 1919 ging sein Stern so richtig auf – und zwar dank eines Engländers namens Arthur Eddington. Dieser sah während einer Sonnenfinsternis einen Stern leicht versetzt und nur die Ablenkung des Lichts durch die Masse der Sonne konnte die Beobachtung erklären. Damit war Einsteins Relativitätstheorie bewiesen.

In den nächsten Jahren und Jahrzehnten wurde die erstmals in Bern verfasste Formel E=mc2 zum Symbol für Genialität. Einstein stieg zum Popstar der Wissenschaft auf. Dass der Physiker zur Ikone wurde, lag aber auch am richtigen Timing. Nach dem Horror des Ersten Weltkriegs sehnten sich die Menschen nach einem Neuanfang und den verkörperte niemand so gut, wie ein pazifistisches Genie. Einstein erlebte den Boom der Massenmedien von den Zeitungen übers Radio bis zum Fernsehen. Diese hatten an den schalkhaften Zitaten und der Strubbelpeterfrisur des Physikers ihre helle Freude.

Albert Einstein an seinem Arbeitsplatz im Patentamt, 1904.
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Benedikt Meyer
Benedikt Meyer ist Historiker und Autor.

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[…] Tintenscheisser zum globalen Popstar der Wissenschaft.“ lautet der Untertitel eines Beitrags auf dem Blog des Schweizer Nationalmuseums. […]