
TollkĂŒhne Flieger ĂŒber Genf
Am 6. August 1922 startete in Genf ein weltweit beachtetes Ballonwettfliegen: der Gordon Bennett Cup.
Die beiden MĂ€nner waren allerdings nicht die ersten Schweizer, die sich den Cup holten. Bereits 1908 waren zwei Schweizer am weitesten geflogen. Emil Messner und Theodor Schaeck hatten es mit ihrem Ballon «Helvetia» bis ins norwegische Bergseth geschafft und dabei 1190 Kilometer zurĂŒckgelegt.
Das Reglement schrieb vor, dass die nĂ€chste Austragung des Wettbewerbs vom Land des Siegerteams organisiert werden musste. Und so kam es 1909 in ZĂŒrich und 1922 in Genf gleich zu zwei Grossveranstaltungen innerhalt von wenigen Jahren.
Der Start der Gasballone war abseits des Sees in ChĂątelaine geplant. Am 3. August, dem dritten Tag des Wettbewerbs, erhoben sich die Ballons alle drei Minuten zur Nationalhymne ihres jeweiligen Herkunftslandes in die LĂŒfte. 20 Teams aus sieben LĂ€ndern standen am Start zu diesem unterhaltsamen Abenteuer: 2 belgische, 3 italienische, 3 französische, 2 spanische, 2 amerikanische, 2 englische und 6 schweizerische.
Ganz Ă€hnlich verhielt es sich 1922 in Genf. Auf dem Programm vom 3. August stand nĂ€mlich eine Art Fuchsjagd mit Autos, die ĂŒber schmale, meist noch nicht asphaltierte Feldwege rasten. Bei dieser sogenannten Automobil-Ballon-Rallye dienten die gleichzeitig gestarteten Ballons den Boliden als «FĂŒchse». Heute könnte man sich eine derartige internationale Sportveranstaltung auf unseren Strassen und querfeldein â denn mit den Strassen nahm kein Teilnehmer vorlieb â kaum mehr vorstellen. Andere Zeiten, andere Sitten!




