
Der Freistaat der Drei Bünde
Auf dem Gebiet des heutigen Kantons Graubünden wurden schon vor über 500 Jahren direktdemokratische Prozesse ausprobiert und gelebt. Ein Rückblick.

Vormoderne Demokratie im Bündnerland


Gotteshausbund, Grauer Bund, Zehngerichtenbund


Gerichtsgemeinden und Bundstag – Freistaat statt Feudalherrschaft


Das «altbündnerische Referendum»

10 Kommentare
Das war das alte, gute Europa, vor der Zentralisierung der Flächenstaaten F, D, I. Auch im benachbasrten Tirol hatten die Landstände sogar seit 1293 das Recht, Steuern zu bestimmen, und als der Erzherzog Sigismund 1490 wieder Geld wollte, wurde er kurzerhand abgesetzt. Dezentrale Selbstbestimmung in Reichsstädte, Süddeutschlands Bündnissen, Hanse, Lombardei etc.
Zu Bünden: nach der Eroberung des Veltlins gaben sie diesem eine «Verfassung», regelgebundenes Regieren!
(Prof. Peter Blickle, «Das alte Europa», u.a., sein Lebenswerk…)
Bin begeistert.. wieder fügt sich weitere Puzzleteile zusammen.
Herzlichen Dank für diesen fundierten Beitrag, der sorgfältig aufzeigt, was es alles brauchte, damit in der Schweiz eine lebendige Demokratie errichtet werden konnte. Eine Verpflichtung für uns, diesem Erbe Sorge zu tragen – gerade in der heutigen Zeit.
Ganz hervorragender Beitrag von René Roca, sehr fundiert, sachlich, gegenwartsbezogen, deshalb von grossem Nutzen. Solche grundlegenden Erkenntnisse werden von den ideologisierten Schulen der kommenden Generation in verantwortungsloser Weise vorenthalten. Dafür wird sie bis zum Überdruss mit Gender und Klima traktiert, von Lehrern die unsere Geschichte meist selber gar nicht kennen bzw. die schon an den Hochschulen selber mit Ideologie gefüttert worden sind. «Ein Volk, das seine Geschichte nicht kennt, hat keine Zukunft.» (Wilhelm v. Humboldt)
Ihrer Analyse, Herr Vogelsanger, kann ich wirklich weitestgehend zustimmen,: Echter Patriotismus (nicht Hurra-Reden und Geknalle am 1. August!) ist hierzulande auf dem Abstellgleis und müsste dringendst schulisch und medial reaktiviert werden! Einziger Vorbehalt: Der Klimawandel ist ernst zu nehmen und die Frauen haben Gleichstellung verdient. Letzteres allerdings nicht im Sinne z.B. von Begriffsmonstern wie «Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler», wenn es neutrale Substitute wie «Forschende» gibt.
F. Pauli kommentiert:
«Hervorzuheben ist zudem im Artikel die wertfrei-deskriptive Darstellung, die ein objektives Bild der Verhältnisse vermittelt.»
Dem kann ich nur beipflichten und den Wunsch hinzufügen, dass das SNM sich bei all seinem Schaffen danach richten würde.
Hochspannend! – Die Entwicklung des politischen Systems der Schweiz hat generell lange vor 1848 begonnen (was ja von den «Neutönern», pardon Citoyens so gerne in Abrede gestellt wir, da sie es ja am liebsten selber erfunden haben bzw. bzw. nach ihrer Façon neu erfinden möchten…). – Kommt diese bedeutende Erkenntnis in den permanenten Ausstellungen des Landesmuseums überhaupt genügend zum Ausdruck?
Das ist wirklich so. Die sprichwörtliche Bündner Gemeindeautonomie und die direktdemokratischen Prozesse sind auch in Gemeinden anderer Kantonen von der Bevölkerung hochgehalten und gegen landesherrliche Usurpationsversuche verteidigt worden. In absolutistischen Zeiten nicht immer erfolgreich. Aber die Erinnerung daran ist geblieben.
Sehr geehrter Herr Cunier und Herr Pauli
Vielen Dank für die positiven Kommentare, die mich sehr freuen. Ich werde mir nun die permanente Ausstellung im Landesmuseum zur Schweizer Geschichte nochmals anschauen. Im Museum in Schwyz jedenfalls wird das Genossenschaftswesen der Schweiz gewürdigt.
Korrekte Einstufung. Die CH-Demokratie wurzelt sowohl in den vorliberalen (und natürl. auch vor-absolutistischen!) Verhältnissen als selbstverständl. auch in den Entwicklungen nach 1848.
Hervorzuheben ist zudem im Artikel die wertfrei-deskriptive Darstellung, die ein objektives Bild der Verhältnisse vermittelt.