Als die Töne laufen lernten

In den 1960er-Jahren waren Plattenspieler heiss begehrt. Vor allem portable, sogenannte Koffergrammophone.

Erika Hebeisen

Erika Hebeisen

Historikerin und Kuratorin beim Schweizerischen Nationalmuseum.

Töne sind flüchtig. So lässt sich Musik erst seit knapp 140 Jahren festhalten. Früheste Tonträger sind auf Walzen aufgezogene, geritzte Stanniolblätter. Ende des 19. Jahrhunderts kommt die Schallplatte auf den Markt und zu Beginn der 1960er-Jahre wird die Schellackplatte von einer aus Vinyl abgelöst. Gleichzeitig mit diesem robusteren Tonträger tauchen die ersten portablen Plattenspieler auf. Von der Jugend heiss begehrt kommt das «Koffergrammophon» in Mode. Damit lassen sich die Hits der Sixties im eigenen Schlafzimmer hören.

Das weiss bezogene Koffergrammophon mit eingebautem Lautsprecher ist eines der damals beliebten Abspielgeräte. Die Firma Lenco aus Burgdorf bringt es um 1965 in den Verkauf. Abspielbar ist es mit 16/33/45 oder 78 Touren pro Minute. Mit Kabel wird das Gerät ans Stromnetz angeschlossen, was seine Mobilität dann auch wieder in Grenzen hält.

Girlgroup auf dem Plattenteller

Stolze Besitzerin dieses Koffergrammophons war in den 1960er-Jahren ein Teenager aus Crans-Montana. Einschlägige Musiktipps gelangten mit der Sendung «Disque-Analyse» auf Mittelwelle über den Landessender Sottens in ihr Elternhaus. Und so kam denn beispielsweise auch die Musik der französischen Girlgroup «Les Parisiennes» auf ihren Plattenteller.

Der Weg vom Schlafzimmer ans Konzert führte früher oder später nach Montreux. Am dortigen Musikfestival spielten in den letzten Jahrzehnten die ganz Grossen der Welt und machten den kleinen Ort am Genfersee zum Treffpunkt der Musikstars. Aktuell blickt das Landesmuseum auf 50 Jahre Festivalgeschichte zurück.

Portabler Plattenspieler von Lenco. Burgdorf, 1960. Foto: Schweizerisches Nationalmuseum

Eine der ersten Girlgroups waren «Les Parisiennes» aus Frankreich. Sie hatten auch in der Schweiz zahlreiche Fans.

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