Als im Fussballverein noch gerudert wurde
Früher waren viele Sportvereine polysportiv. So auch der FC Zürich, dessen ehemalige Ruderabteilung eine besonders bewegte und erfolgreiche Geschichte hinter sich hat.


Seit den 1920er-Jahren konnte man beim FCZ unter anderem auch dem Rudersport und der Leichtathletik nachgehen. FCZ Archiv / FCZ Archiv
1923 gelang im belgischen Lüttich ein erster internationaler Erfolg. Der FCZ-Achter siegte bei der Regatta auf der Maas. Das rund 25 Personen umfassende Team war zuvor in einem 2.-Klasse-Wagen der SBB angereist. Das Achter-Ruderboot hatten sie zwischen den Sitzen im Gang aufgehängt.
Im Rudersport gibt es unterschiedliche Bootsklassen. Unterschieden werden die Anzahl der Rudernden, die Ruderart Skulls (mit zwei Rudern pro Person) oder Riemen (mit einem Ruder) sowie Boote mit oder ohne Steuermann.
Zwischen 1924 und 1972 umfasste das olympische Rudern der Männer sieben Bootsklassen:
- Einer, Skulls (Skiff)
- Zweier, Skulls (Doppelzweier)
- Zweier ohne Steuermann, Riemen
- Zweier mit Steuermann, Riemen
- Vierer ohne Steuermann, Riemen
- Vierer mit Steuermann, Riemen
- Achter mit Steuermann, Riemen
Frauenwettbewerbe wurden erst 1976 ins olympische Ruderprogramm aufgenommen.
Zwischen 1924 und 1972 umfasste das olympische Rudern der Männer sieben Bootsklassen:
- Einer, Skulls (Skiff)
- Zweier, Skulls (Doppelzweier)
- Zweier ohne Steuermann, Riemen
- Zweier mit Steuermann, Riemen
- Vierer ohne Steuermann, Riemen
- Vierer mit Steuermann, Riemen
- Achter mit Steuermann, Riemen
Frauenwettbewerbe wurden erst 1976 ins olympische Ruderprogramm aufgenommen.
Internationale Spitzenleistungen
Besonders prägend für diese Erfolge war Ernst Rufli, der die Siege im Einer herausgefahren hatte. Im Jugendalter war er Torhüter des Fussballvereins Blue Stars Zürich, konnte aber auch bereits zahlreiche Ruderrennen für sich entscheiden. An der Henley Royal Regatta schlug er internationale Rudergrössen und gewann den Pokal souverän.


Schliesslich entschied man sich für die Teilnahme und entsandte eine mehrheitlich vom FCZ gestellte Ruderabteilung an die Spiele. Ob sich die Ruderer damit schwertaten oder das Politische bewusst oder unbewusst ausklammerten, ist nicht überliefert. Mit dem Vierer mit und ohne Steuermann, dem Achter sowie mit Ernst Rufli im Einer war eine starke Delegation nach Berlin gereist.
Nachdem die Schweizer Delegation die Vorläufe regelrecht dominiert hatte, zeigten sich im Final die wahren Schwierigkeiten. Die Erwartungshaltung der nationalsozialistischen Gastgeber war klar: Die Schweiz durfte nicht gewinnen, Deutschland musste für die Propaganda siegen.
Entsprechend nachteilig fiel die Bahnzuteilung für die Schweizer Ruderer aus. Sie mussten auf der Aussenbahn mit starkem Seitenwind starten. Trotzdem erkämpften sie im Vierer mit und ohne Steuermann jeweils eine Silber- und eine Bronzemedaille hinter Deutschland. Im Achter blieben sie jedoch chancenlos, da die Belastung für Hermann Betschart, Hans und Alex Homberger sowie Karl Schmid mit jeweils drei Rennen schlicht zu hoch war. Ernst Rufli erging es nicht besser: Sein Boot lag ebenfalls auf der unvorteilhaften Aussenbahn und füllte sich während des Rennens mit Wasser.
Ein separater Club
Im Winter 1936/1937 traten die Ruderer, Boxer und Landhockeyspieler aus dem FCZ aus. Bereits im April 1934 taten dies die Leichtathleten. Daraus sind die bis heute bestehenden Vereine Ruderclub Zürich, Leichtathletikclub Zürich und Boxclub Zürich entstanden. Längerfristig nicht überlebt hat einzig der Landhockeyclub Zürich.
Swiss Sports History

Dieser Text ist in Zusammenarbeit mit Swiss Sports History, dem Portal zur Schweizer Sportgeschichte, entstanden. Die Plattform bietet schulische Vermittlung sowie Informationen für Medien, Forschende und die breite Öffentlichkeit. Weitere Informationen finden Sie unter sportshistory.ch.


